Erbacher Schloss mit der gräflichen
Sammlung
Die einstige Residenz der Grafschaft Erbach wurde 1736 erbaut. Der
um das Jahr 1200 errichtete Schlossturm stellt heute das älteste
Bauwerk der Kreisstadt dar. Vom Schlosshof gelangt man über
eine breite Freitreppe in das Schloss und zu den weltberühmten
Sammlungen, zusammengetragen von Graf Franz I. (1754-1823).
Es waren die Bestände der gräflichen Rüstkammern mit
ihren Schutz- und Angriffswaffen, die den Ausgangspunkt für
die großartigen Waffensammlungen bildeten. Die einzigartige
Antiken-Sammlung rührt aus den Erforschung des römischen
Odenwald-Limes und den Ausgrabungen in seinen Kastellen. Die überlieferte
Freude am Waidwerk führte zu der kaum zu übertreffenden
Jagdtrophäen-Sammlung.
Vom Vestibül mit seinen abnormen Hirschgeweihen gelangt man
in die Gewehrkammer. Hier sind 300 Schusswaffen, Feuergewehre, vom
Anfang des 16. bis in das 20. Jahrhundert hinein, übersichtlich
aufgestellt. Das Treppenhaus wird von einer Sammlung starker Rehbockgehörne
geschmückt. In 14 Gruppen sind 630 Exemplare von seltener Größe
und Eigenart, darunter 85 Kapitale und zahlreiche Abnormitäten
zu sehen.
Die Hirschgalerie ist ein Prunksaal mit 70 kapitalen Hirschgeweihen.
An der Westwand folgt das prähistorische Geweih eines Riesenhirsches,
eines Schelchs, von außergewöhnlichen Abmessungen, das
1799 in Irland ausgegraben wurde. Das Alter wird auf 30.000 bis 35.000
Jahre geschätzt. Schön geschnitzte Schränke, Siedel-
und Pfeilerschränke, in Kölner, Augsburger und Ulmer Arbeit
können hier ebenso bewundert werden.
In den angrenzenden Römischen Zimmern befinden sich insbesondere
Kunstwerke der klassischen Antike, aber auch Fundstücke der
deutschen Frühgeschichte. Besonders erwähnenswert sind
die Büsten von Augustus, Tiberius, Claudius, Cäsar, Titus
und Scipio, Beachtung verdienen auch die berühmte Büste
Alexander des Großen und die Herme eines griechischen Siegesjünglings
aus dem fünften Jahrhundert vor Christi. In Vitrinen ist eine
Sammlung antiker Vasen (500-300 v.Chr.) untergebracht, ebenso der
weltbekannte, sagenumwobene Helm vom Schlachtfeld von Cannae (216
v.Chr.).
Den Rittersaal mit seinem mächtigen gotischen Gewölbe und
den herrlichen Glasmalereien in den hohen Fenstern ließ Graf
Franz zur Aufnahme seiner Sammlungen spätmittelalterlicher Rüstungen
und Waffen im Jahre 1805 erstellen. Zusehen ist dort unter anderem
Rüstung von König Gustav Adolf von Schweden, mit stattlichen
115 Pfund die größte und schwerste der Sammlung.
Schlossmuseum, Marktplatz, Erbach, geöffnet ab dem 1. März (bis Ende Oktober),
Führungen werden wochentags um 15 Uhr, samstags, sonn- und feiertags
um 14, 15, 16 und 17 Uhr angeboten, für Gruppen nach Vereinbarung.
Anmeldung und Information: Touristik- Zentrum Odenwald, Markzplatz1,
Tel. 06062 94330, Fax: 06062 943317, odenwald@oreg.de, www.oreg.de.