Erstes Allgemeines Babenhäuser
Pfarrer(!) Kabarett:
Eine Mischung aus Badesalz und Wort zum Sonntag
Mit kräftiger Stimme und viel Körpereinsatz predigt Hans-Joachim
Greifenstein wie ein Wirbelsturm auf das Publikum ein, während
Claus-Jochen Herrmann die Menschen eher durch seinen scharfsinnigen
pädagogischen Weitblick in die Irre führt. Gemeinsam sind
die beiden eine Mischung aus Badesalz und Wort zum Sonntag.
Ihren Anfang nahm diese ungewöhnliche Karriere mit einigen nicht
ganz ernst gemeinten Auftritten während der jährlichen
Gemeindefeste in Babenhausen. Doch der große Applaus und Zuspruch
kam bald nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch die Nachbargemeinden
wollten die Babenhäuser Pfarrer sehen. Während das Pfarrer-Kabarett
anfangs in Kirchen und Gemeindehäusern aller Konfessionen auftrat,
füllt es mittlerweile mit Leichtigkeit auch so renommierte Häuser,
wie das halbNeun-Theater in Darmstadt oder das Hofgarten-Theater
in Aschaffenburg.
Ganz nach lutherahnischem Vorbild schauen die beiden Theologen dem
(Kirchen-) Volk aufs Maul und halten ihm den Spiegel vors Gesicht.
Dabei machen diese wilden Pfarrer aber auch vor der Kirchenleitung
oder dem hessischen Ministerpräsidenten nicht halt („Wer
den Frauenhäusern das Geld wegnimmt, ist unanständig“).
In ihrem aktuellen Programm „Machs noch mal, Noah“ wirbeln
die wortgewandten Männer der hessischen Sprache durch ein rasantes
Sammelsurium, das den Lachmuskeln keine Pause gönnt und vor
allem durch seinen Einfallsreichtum beeindruckt. Ihr hohes Sprach-Niveau
zeigen die beiden auch im unbeirrten Gebrauch des hessischen Dialekts,
der aus dem Mund der beiden Künstler zur kulturellen Hochsprache
mutiert.
Vor rund einem halben Jahr hängte Claus-Jochen Herrmann seinen
Talar an den Nagel, ließ sich von seiner Kirche unbefristet
beurlauben und ist seither nur noch als Kabarettist unterwegs. Mit
seinem ersten Soloprogramm „Solo für Onkel Errwien“ setzt
er sich mit allem auseinander, was seit seiner Kindheit unsere Gesellschaft
kennzeichnet: Diätwahn, Odysseen durch Einkaufszentren oder
der ganz normale Rechtsextremismus eines Onkel Errwiens, der mit
Opernglas bewaffnet, die Straße kontrolliert.
Hans-Joachim Greifenstein, Jahrgang 1957, Pfarrer, Kabarettist,
Kommunikationswirt und dogmatischer Südhesse wurde in Hofheim/Taunus
geboren. Er verbrachte viele Jahre im Widerstand gegen alles Mögliche,
was dann am Ende doch gebaut, stationiert oder gewählt wurde
(„wer gewinnen will, braucht nur mich als Gegner „).
Er studierte evangelische Theologie, Hochschulpolitik und Liebe in
Frankfurt und Marburg. Sein „auratischer“ Ort ist das
Pellice-Tal in Norditalien, wo ein, zwei Dreitausender schon von
ihm betreten worden sind. Seit 1986 ist er Gemeindepfarrer in Babenhausen.
Claus-Jochen Herrmann, Jahrgang 1955, Pfarrer, Kabarettist, Reiseführer
und permanenter Hochleistungszweifler („wenn ich mich recht
verstehe“), wurde in Frankfurt am Main geboren und ist überzeugter
Mainhattaner. Er verbrachte viele Jahre auf der Schule, rannte bei
Eintracht Frankfurt über die Aschenbahn, studierte evangelische
Theologie, Orientalistik und Rotwein in Mainz und Marburg. Sein „auratischer“ Ort
ist Lissabon, Portugal, wo ihn zwölf Wirte beim Vornamen kennen.
Von 1991 bis 2004 war er Gemeindepfarrer in Babenhausen und ist seit
dem als Vollzeit-Kabarettist unterwegs.
Informationen und Tourplan im Internet: Erstes Allgemeines Babenhäuser
Pfarrer(!) Kabarett: www.pfarrerkabarett.de, Claus-Jochen Herrmann:
www.solo-kabarett.de.