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Nachgefragt bei... Peter Edelmann

Die Welt hört Ihnen zehn Sekunden lang zu. Wirklich die ganze Welt. Sprachprobleme gibt es keine. Was sagen Sie?

Oooch...

Das Wichtigste, das mir meine Eltern mit auf meinen Lebensweg gegeben haben, ist...

Mein körperliches Leben. Der Rest ist selbstgebastelt.

Womit machen Sie sich selbst eine Freude?

Mit dem Kontakt und der Freundschaft zu Literaten, Künstlern und Verlegern quer durch die Republik (gilt selbstverständlich gleichermaßen für die weibliche Ausprägung, aber das /innen muss ja wirklich nicht sein).

Ein unerfüllter Lebenstraum?

Ein Abend mit gutem Essen und besten Weinen, und am Tisch Eckhard Henscheid, Fritz Weigle, Robert Gernhardt, Friedhelm Kändler, Wiglaf Droste, Eugen Egner, Jörg Schröder, Harry Rowohlt und Klaus Bittermann. Und bitte alle gleichzeitig!

In Deutschland wird zu viel...

...auf die eigene vermeintliche Wichtigkeit gepocht.

In Deutschland wird zu wenig...

...gescherzt. Gelacht wird ja viel, aber auch das Lachen ist ja meist gleich wieder mit tiefster Bedeutung gefüllt.

Ihre Helden der Gegenwart?

Papst Paule. So unzurechnungsfähig, so stockreaktionär - und beträchliche Teile der Jugend jubelten ihm doch zu. Erstaunliche Fähigkeiten, dieser Brückenbauer. Aber ein Herr namens Satan soll -alten Berichten zufolge- ja ähnlich verführerische Fähigkeiten mit wechselndem Erfolg eingesetzt haben.

Ein Tag, den Sie gerne noch einmal erleben möchten?

Keiner. Dafür ist das Morgen entschieden zu spannend.

Was macht Sie sprachlos?

Bürgermeister, die gleichzeitig Kulturreferent der jeweiligen Stadt sind. Verwaltung, die bürgerlichste aller öffentlichen Tätigkeiten, und Kultur, die freieste und riskanteste aller öffentlichen menschlichen  Äußerungen – in Personalunion. Respekt!

Welchen Prominenten (tot oder noch lebend) würden Sie gerne kennen lernen?

Urban Priol

Was ist die wichtigste technische Erfindung für Sie?

Die Dampfwalze. Macht in Debatten alles so leicht

Und was die unnützeste technische Erfindung?

Der Eierkocher. Den entsprechenden Witz bezüglich der Damenwelt verkneife ich mir.

Ihre bisher größte Lebensleistung?

Mit 50 noch genau so staunen zu können wie mit fünf.

Politik ist für mich...

...das Spiel mit vermeintlicher Macht. Brutalität im äußerlich zivilisierten Gewand.

Kanzler für einen Tag. Was ändern Sie?

Ganz klar: Jockel Fischer, Minister des Äußersten, wird wieder losgeschickt und abgespeckt. Marathon 24 Stunden, der wirklich lange Lauf zu sich selbst und damit ins blanke Nichts.

Auf welche Person würden Sie gerne den Nachruf verfassen?

Auf mich selbst. Das hätte doch Charme: tot zu sein, und trotzdem noch eingreifen zu können. Hachja.

Wann haben Sie zuletzt geweint und weshalb?

Erst kürzlich, genau am 20. März: Wiglaf Droste schickte mir die traumschöne Einlesung von Volker Kriegels „Erwin mit der Tröte“ zu. Geweint ist da eigentlich zu schwach. Rotz und Wasser hab ich geheult, weil das Geschäft mit Musik und Musikern nie, nie, nie nahegehender und anrührender in Szene gesetzt wurde (danke, Wiglaf!!!)

In welcher Zeit würden Sie gerne leben?

Jetzt natürlich! Ich zitiere Eckhard Henscheid beziehungsweise eine Tusse aus einem seiner Romane: „Weil jetzt alles prima ist.“ Na also.

Ihr liebstes Spielzeug im Alltag?

Mein Gehirnkaschterl

Wonach sind Sie süchtig?

Nach den angenehmen Dingen des Lebens und des Alltags.

Ihre größte Stärke?

Neugier. Unverschämtheit im direktesten Sinn des Wortes.

Ihre größte Schwäche?

Trotz aller Erfahrungen: Zuneigung zu den Menschen.

Was wird an Ihnen unterschätzt?

Meine sensible, filigrane, ja geradezu zerbrechliche Seele. Nein, eher Seelchen. Ist aber auch schwer zu erkennen bei 193 hoch und 113 mächtig.

Der größte Irrtum der Menschheit ist...

Zu denken, dass sie denkt. Weite Teile der Tierwelt funktionieren sensibler und rationaler.

Ihre Vorstellung vom Glück?

Oooch...

mehr Informationen über Peter edelmann, Chef  des Kleinsten Theaters in Hessen

 

 

     

 

  
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